Alles versucht- nichts hilft?
Empfohlene Therapien ziehen sich in die Länge, weil kaum Fortschritte erkennbar sind? Ratlosigkeit, Enttäuschung und Mutlosigkeit sind die Folge?
Manchmal liegt es daran, dass frühkindliche Reflexe noch aktiv und nicht ausreichend integriert sind. Solange diese grundlegenden neurologischen Reifungsprozesse nicht abgeschlossen sind, können weitere Entwicklungsschritte nur eingeschränkt automatisiert ablaufen.
Dies begünstigt anstrengende, kompensatorische Verhaltens- und Bewegungsmuster, die insbesondere unter Stress nicht stabil aufrechterhalten werden können. Die daraus resultierenden Verhaltensauffälligkeiten können unter anderem mit nicht integrierten frühkindlichen Reflexen in Zusammenhang stehen.
Frühkindlichen Reflexe werden schon im Mutterleib ausgebildet und sollen dem Kind die Geburt und die ersten Schritte ins Leben erleichtern. Sie sind gut und wichtig und werden im Laufe der frühkindlichen Entwicklung in höhere Bewegungsmuster integriert. Nicht immer läuft aber alles komplikationslos.
Wenn Sie oder Ihr Kind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt großem Stress ausgesetzt waren, ihre Kinder mit Kaiserschnitt oder Saugglocke/Zange auf die Welt geholt wurden, lohnt sich immer auch ein Blick auf die frühkindlichen Reflexe, wenn es später zu oben genannten Auffälligkeiten kommt. Es kann sein, dass bestimmte Reflexe ihre Aufgaben nicht "ausführen" und dadurch nicht reifen und in höhere Bewegungsmuster übergehen konnten, sondern immer noch ungewollt aktiv sind und zu Problemen führen.
Nicht integrierte frühkindliche Reflexe können nicht nur während der Schulzeit zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, sondern auch im weiteren Lebensverlauf relevante Beschwerden verursachen. Persistierende Reflexmuster begünstigen häufig kompensatorische Haltungs- und Bewegungsstrategien, die langfristig zu muskulären Dysbalancen und Fehlbelastungen führen.
In der Folge können chronische Nacken- und Schulterverspannungen, Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, funktionelle oder strukturelle Skoliosen sowie degenerative Veränderungen wie Arthrose entstehen.
Reflexintegration ermöglicht:
Durch gezielte, sanfte rhythmische Bewegungsübungen werden die zuständigen neuronalen Netzwerke aktiviert und in ihrer Reifung unterstützt. Auf diese Weise wird das zentrale Nervensystem darin angeregt, die physiologisch vorgesehenen Bewegungsmuster zu integrieren und nachhaltig zu automatisieren.
Mit fortschreitender Integration können kompensatorisch entwickelte, oftmals kraft- und energieaufwendige Bewegungsstrategien schrittweise reduziert und schließlich aufgegeben werden. Dies führt in der Regel zu einer spürbaren Entlastung, einer verbesserten Bewegungsökonomie sowie zu mehr körperlicher Leichtigkeit und Stabilität.
